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Republik im südöstlichen Mitteleuropa zwischen Österreich im Westen und Rumänien im Osten, 93 032 km², 10,9 Mio. Einwohner, Hauptstadt Budapest, Amtssprache Ungarisch.
Land und Leute
Im Westen von den Ausläufern der Alpen begrenzt, weist Ungarn daran anschließend bis zur Donau ein Hügelland mit dem Plattensee auf, während den Nordosten das Kleine, den Osten das Große Ungarische Tiefland mit der Puszta bildet.
Die homogene ungarische Bevölkerung, konzentriert um die Hauptstadt, im Südwesten und längs der Donau, ist zu zwei Dritteln römisch-katholisch, zu einem Fünftel evangelisch; eine geringe Rolle spielen die Deutschen und Slowaken (größte Minderheit). Viele Ungarn leben im rumänischen Siebenbürgen.
Wirtschaft
Klimatisch liegt das Land im Übergangsbereich zwischen maritimen und kontinentalen Einflüssen, sodass im Westen der Ackerbau, im Osten extensive Viehhaltung die Landwirtschaft prägen. Die planwirtschaftlich verordnete Industrialisierung nach dem 2. Weltkrieg wurde begünstigt durch die Nähe Österreichs und die Offenheit westlichen Einflüssen gegenüber ("Gulaschkommunismus"); heute ist die Wirtschaft geprägt durch Schwerindustrie, chemische, Textil- und Nahrungsmittelindustrie.
Geschichte
Nach teilweiser römischer Herrschaft im Altertum war Ungarn im 4./5. Jh. Kernland des Hunnen- und im 5.–8. Jh. des Awarenreiches. Um 900 begann die Landnahme durch die Madjaren, die im 10. Jh. endgültig sesshaft und wenig später christianisiert wurden. Ungarn war wechselnden Einflüssen (u. a. Byzanz, Deutsches Reich) ausgesetzt, unterlag 1241 den Mongolen und schloss sich später zeitweise Böhmen und Polen an.
Im 15. Jh. gelang noch die Abwehr der Türken, nach der Niederlage bei Mohács 1526 aber wurde Ungarn für 150 Jahre Teil des Osmanischen Reiches, der Westteil fiel an die Habsburger, die seit 1683 nach dem Zurückwerfen der Türken dominierten. Der Aufstand dagegen 1848/49 wurde mit russischer Hilfe niedergeschlagen, doch kam es 1867 zum österreichisch-ungarischen Ausgleich. Ungarn gewann in der Doppelmonarchie bis 1918 eine gewisse, nach dem 1. Weltkrieg die volle Unabhängigkeit.
Im 2. Weltkrieg auf deutscher Seite, wurde es nach 1945 bolschewisiert. Den Volksaufstand 1956 erstickte die Rote Armee. Ungarn war 1989 das erste Land des Ostblocks, das den Eisernen Vorhang durchlässig machte und damit eine riesige Fluchtbewegung aus der DDR auslöste. Das neue demokratische Ungarn hat damit erheblichen Anteil an der deutschen Einigung und Aussichten auf den erstrebten Anschluss an Westeuropa. Bei den ersten freien Wahlen 1990 siegten die Bürgerlichen; nach einem Assoziierungsabkommen 1994 erfolgte 2004 der Beitritt zur Europäischen Union.